Freitag, 4. Februar 2011

Gott ist tot

Vorweg: Das wird jetzt keine lange Erzählung aus meiner Schulzeit. Ich komme nachher schon noch zum Punkt, lasst Euch also nicht vom anekdotenhaften des Anfangs abschrecken! ;)

Ich habe fast meine ganze Schulzeit auf einer christlichen Privatschule verbracht. Meine Eltern haben mich nicht auf diese Schule geschickt, weil sie besonders christlich gewesen wären, im Gegenteil: Mein Vater sieht sich selbst als Atheisten und meine Mutter ist das, was man wohl eine sehr kritische Christin nennt, will heißen: christlich geprägt mit Sicherheit, aber sehr skeptisch gegenüber dem, was uns Kirche und Co. so erzählen. Dementsprechend bin ich auch nicht sonderlich christlich erzogen worden; ich wurde als Kleinkind nicht getauft, Entscheidungen bezüglich Konfirmation und ähnlichen Dingen wurden mir selbst überlassen. Aufgewachsen bin ich sonst in dem, was ich einen typisch deutsch-christlichen Haushalt nennen würde. Mein Opa hat mir eine Kinderbibel geschenkt, Weihnachten ging man in die Kirche und in der Grundschule (die ich vor der christlichen Schule besucht habe) gab es einmal die Woche Religionsunterricht. Wirklich in Berührung mit dem Christentum, bzw. dem, was viele daraus gemacht haben, bin ich dann erst ab der 4. Klasse auf der besagten Privatschule gekommen und habe mich dann bis zur 13. Klasse damit sehr auseinandersetzen müssen.
Die Schulen bei uns in der Region hatten durchweg einen schlechten Ruf, diese christliche Schule allerdings nicht. Das war der eigentliche Grund, weshalb ich dorthin geschickt wurde, auf eine christlich-betonte Erziehung legten meine Eltern nie sonderlichen Wert (vielmehr legten sie Wert darauf, dass ich ein aufgeklärter und selbstdenkender Mensch werde).
Hauptträger dieser Schule waren Menschen aus den christlichen Strömungen der Baptisten, Freikirchen und solcherlei. Solche Menschen sind i.d.R. eine ganze Spur religiöser, als der durchschnittliche deutsche Christ. Das Christentum ist für viele dieser Menschen ein (wenn nicht der) zentrale Bestandteil des Lebens. Das kann sich von liberalen Strömungen (bspw. ein Lehrer, der zwar sehr christlich war, aber trotzdem Rockmusik gehört hat) bis zum Fanatismus gehen, an der Schule habe ich beide Strömungen und alles, was dazwischen liegt, kennengelernt.

Die Erziehungsziele meiner Eltern, mich zu einem selbstständig denkenden Menschen zu erziehen, haben, wenn man das so sagen darf, ziemlich gefruchtet. Ich bin schon relativ früh mit Bands wie AC/DC und Guns'n'Roses in Berührung gekommen (so mit 7, 8) und dann über Metallica bei dem ganzen 'bösen' Metal-Zeug gelandet. Anfänglich bei Mainstream Black Metal Bands wie Cradle of Filth, dann ernstzunehmende Acts wie Marduk oder Darkthrone. Als jungen Menschen (so mit 12, 13) hat mich die ganze Ausstrahlung dieser Bands fasziniert: Pentagramme, umgedrehte Kreuze, das Böse, Blut, Feuer und vor allem: Die Ablehnung all der Werte, die mir im Alltag gepredigt wurden. Mein Gott wurde der Teufel, ich interessierte mich für Satanismus, Schwarze Magie, eben all das, was vermutlich jeder in dem Alter durchmacht, der mit sowas in Berührung kommt. Meine Eltern hatten immer ein wachsames Auge drauf, haben sich viel von den CDs, die ich hatte, selbst mal angehört, die Texte gelesen und im Zweifelsfall auch mit mir drüber diskutiert. Verbote gab es dabei aber nie, unterschiedliche Ansichten wurden bei uns diskutiert, nicht verboten (wobei man aber auch sagen muss, dass nicht alles geduldet worden wäre: Hätte ich mir mit 13 Landser angehört, wäre nicht viel diskutiert worden, sprich: Meine Eltern hätten nicht alles durchgehen lassen). Mit den Jahren hörte dann die Faszination an Satanismus, Schwarzer Magie, etc. dann einfach auf, weil man schnell merkt, dass man eigentlich genau so stumpf einer Bewegung folgt, wie es die so verhassten Christen tun und im Laufe der Jahre erkannte man dann auch, dass die Christen gar nicht so verhasst waren, wie man sich das früher eingeredet hat.
Anfangs der Pubertät und meinen Kontakten mit der 'bösen Musik', so mit 13, 14 fing ich allerdings auch an, die ersten Bandshirts zu tragen - und zwar in der Schule. Leute, die sowas taten, waren damals bei uns in der Schule das absolute Novum. Die Schule war zu dem damaligen Zeitpunkt erst knapp etwas mehr als 10 Jahre alt und 98% der Schüler entstammten aus christlichen Familien und von denen geschätzte 65% aus sehr konservativen und ca. 35-40% aus fundamentalistischen Kreisen. Leute wie mich gab es kaum - ein paar Jahrgänge über mir war eine Schülerin, die sich schon länger traute, Metalshirts zu tragen und einen Jahrgang über mir gab es auch 2-3. Ob die ähnliche Shirts wie ich trugen, weiß ich nicht mehr - auch als nicht-Metaller weiß man ja: Bandshirt ist nicht gleich Bandshirt.
Ich für meinen Teil ging jedenfalls in die Vollen: Shirts mit Pentagrammen, umgedrehten Kreuzen und was man sich nicht alles vorstellen kann. Ihr könnt Euch vorstellen, wie die Reaktionen in einer solchen Umwelt waren. Es gab einige (wenige) Lehrer, die es tolerierten, die Mehrheit aber suchte das Gespräch. Das fing an mit Lehrern, die ehrlich besorgt waren (nicht um meine Seele, sondern dass ich auf die schiefe Bahn geraten könnte - Ihr wisst ja; Satanismus = Drogen, Sodomie, Suizid), ging aber auch über Lehrer, die einfach die wirrsten Fantasien hatten über diese Musik, die ich hörte (Zitat: "Die Schlachten dann Tiere auf der Bühne"), Mitschüler ("Willst Du etwa in die Hölle kommen?") und Eltern von Mitschülern ("Das tut Jesus weh!") Bis in die Oberstufe hinein suchten Lehrer und Mitschüler mit mir das Gespräch über meine 'Ansichten' (rückblickend kann ich sagen: Nach meinen Ansichten hat mich exakt ein Lehrer gefragt, der Rest wollte nie meine Meinung hören - stattdessen war ich immer der Empfänger von christlicher Heilspropaganda schwächeren und stärkeren Ausmaßes).

Einen Fehler hatte die Schule allerdings mit mir gemacht: Die christlich-biblische Erziehung, die ich an der Schule genoß, lehrte mich viel über das Christentum und die Bibel selbst. Wie sagt man so schön? Man kann seinen Feind am besten schlagen, wenn man ihn kennt. Ich kannte, auch durch umfangreiche eigene Beschäftigung mit der Materie, die Bibel sehr gut und konnte meinen Gegnüber oft mit Widersprüchen innerhalb der heiligen Schrift kontern. Besonders gut gelang das bei dem Fanatikeranteil, der daran glaubte, die Bibel sei 1:1 zu verstehen, da sie direkt von Gott komme, will heißen: Es gibt keinen Interpretationsspielraum, die Bibel stammt von Gott direkt und alles in ihr ist die Wahrheit - die Erde wurde in 6 Tagen erschaffen, der Mensch wurde aus dem Paradis vertrieben, usw. Auf etwaige Widersprüche kamen zwar obskure Theorien, aber es war immer sehr spaßig, diese Leute mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Nun bin ich ein Mensch, der weit davon entfernt ist, sich über gläubige Menschen lustig zu machen. Ganz im Gegenteil: Ich würde mich selbst als einen gläubigen Menschen bezeichnen, allerdings ist es schwer, meine religiösen Ansichten irgendeiner spritiuellen Schublade zuzuordnen. Viele würden mich einen Heiden bzw. Asatru nennen, da ich Feste wie die Wintersonnenwende feiere, andere einen Pantheisten, da ich in der Natur etwas göttliches sehe, wiederum andere für einen Buddhisten, usw. Ich selber habe mir nie wirklich den Kopf darüber zerbrochen, was ich jetzt eigentlich bin - sicher war ich mir jedoch immer über eine Sache - was ich nicht war: Ich war definitiv kein Satanist. Die Phase hatte ich hinter mir und Satanismus, was ist das schon? Umgekehrtes Christentum, irgendwelche Gothics und Metaller, die irgendwie rebellieren und sich wichtig machen wollen. Oder aber Menschen, die vermeintlich im Namen einer größeren Macht (Satan) Kinder mißbrauchen, Frauen vergewaltigen und z.T. Menschen töten (ja, beide Ausprägungen des sog. Satanismus gibt es wirklich).

Vor ein paar Wochen bin ich allerdings, eher durch Zufall, mal wieder auf das Thema Satanismus aufmerksam geworden. Eigentlich wollte ich nur mal gucken, was youtube mir zum Stichwort 'Satanism' ausspuckt und bin dann bei einem Video gelandet, das von sich behauptete, den Satanismus zu erklären. Mit einem süffisanten Lächeln klickte ich das Video an und stellte fest, nicht das gefunden zu haben, was ich erwartete. Beim Anschauen anderer Videos dieses Users, die sich ebenfalls mit dem Thema Satanismus beschäftigten, kam mir zuerst eine ganz erschreckende Kenntnis: Seit Jahren benutze ich youtube und das dürften somit die ersten wirklich intelligenten Videos sein, die ich dort gesehen habe. Sie stammen von einem Mann, dessen Namen ich immer vergesse. Er ist in irgendeiner Weise mit der 'Church of Satan' verbunden, er hat dort eine Art Vorsitz und hat aber in seiner ersten Tätigkeit diese Church of Satan wohl aufgelöst (ob er dazu die Authorität hat, weiß ich nicht, da ich mich erinnere, dass die COS seit dem Tode des Gründers LaVey wohl einigen internen Machtkämpfen unterliegt). Diese Videos, die i.d.R. nur den User zeigen, der seine Gedanken in die Kamera spricht, waren unglaublich gut gemacht, da hier jemand sprach, der mal wirklich(!) Ahnung hatte von den Themen, über die er sprach.

Die erste Reaktion, wenn jemand das Wort 'Satanismus hört (und mag er noch so aufgeklärt sein) ist Skepsis und Ablehnung. Allerdings haben diese Videos mich wieder an Dinge erinnert, die ich selbst mal vor ein paar Jahren gelesen habe. Texte, die der Strömung des sog. 'Philosophischen Satanismus' angehören. Bevor ich also weiterschreibe, will ich kurz erläutern, was man darunter zu verstehen hat:
Der Philosophische Satanismus hat mit dem Begriff von Satanismus, den wir alle kennen, nichts zu tun. Er hat nichts mit Schwarzen Messen, Tieropfern oder gar Kindesmißbrauch zu tun. Er ist auch kein umgekehrtes Christentum, sprich: Es werden keine Dämonen oder der Teufel persönlich angebetet, das ist nicht der Inhalt.
Der Philosophische Satanismus bezieht sich vielmehr auf den biblischen Satan, der quasi als eine Gegenfigur zu Gott zu verstehen ist. Der Philosophische Satanismus sieht dabei diese Gegenfigur aber nicht als den Umkehrer der Werte Gottes, sondern betrachtet die Figur des Satan als denjenigen, der sich von der Übermacht Gottes befreit hat, sprich: Er hat den alleinigen Machtanspruch Gottes hinterfragt und wurde deshalb mit der Verbannung in die Hölle bestraft.

Auf diese Idee aufbauend, kann man den Philosophischen Satanismus in etwa so skizzieren: Ein Satanist dieser Strömung will sich durch die Benutzung seines Verstandes von den Allmachtsansprüchen in dieser Welt befreien und Normen und 'Wahrheiten' hinterfragen. Ähnlich wie der Satan in der Mythologie, sucht der Satanist den kritischen Umgang mit denen, die die Macht ausüben. Dabei beschränkt sich dieser kritische Umgang nicht auf das Christentum, sondern ist gesamtgesellschaftlich zu sehen, sprich: Er kritisiert nicht nur das Christentum, sondern auch andere Religionen mit Allmachtsanspruch, aber auch z.B. die Politik oder die Werbung.
Der Satanist dieser 'Schule' lehnt dabei keinesfalls das Christentum als solches ab, er lehnt das ab, was Obrigkeiten wie die Kirchen aus diesem gemacht haben. Solche Satanisten glauben an die Kraft des Individuums. Oft fällt dabei auch der Begriff des 'Übermenschen', der natürlich (besonders in Deutschland) gewisse Assoziationen hervorruft. Gemeint ist aber mit diesem Übermenschen nicht das, was die Nazis darunter verstanden haben (Herrenmensch), sondern den Menschen, der als Individuum denkt und handelt und immer kritisch bleibt, damit er dann das finden kann, was jeder Philosoph sucht: Wahrheit.

"Gott ist tot" - ein vielzitierter Satz, den ich auch in meiner Jugendsatanismuszeit mochte, er provoziert so schön. "Gott ist tot" ist auch das Credo vieler philosophischer Satanisten - nicht aber, weil man die Existenz Gottes ablehnt. "Gott ist tot" ist der Topos der Wiedergeburt Gottes - wir müssen Gott erst töten, damit wir Gott erkennen können, anders gesagt: Wir müssen die uns bisher durch Autoritäten wie die Kirche aufoktroyierten Gottesvorstellungen ablegen und uns dann auf die Suche nach Gott machen, indem wir selbst lesen, denken, suchen.
"Gott ist tot" ist dabei auch nicht die Aussage, dass alle anderen Religionen falsch liegen. Es ermahnt uns nur zu erkennen, was Bewegungen aus Gott gemacht haben - was bspw. christliche, islamistische Fanatiker aus Gott gemacht haben, wie sie Gott nutzen, um Menschen zu unterdrücken, auszubeuten und auch zu töten.
Der Philosophische Satanist lehnt diese Unterdrückung im Namen Gottes ab. Dabei versucht er aber nicht, ein neues Gottesbild zu erschaffen und den Menschen aufzudrücken. Der von mir vorhin erwähnte Satanist sagt es in einem seiner Videos in etwa so: "Wenn Menschen an ein Spaghetti-Monster glauben wollen - hey, das ist vollkommen in Ordnung für mich, damit habe ich kein Problem! Aber wenn man mir dann sagt: 'Eines Tages wird der große Fleischball vom Himmel kommen und alle Ungläubigen in einen See aus geschmolzenen Käse schmeißen, wo sie dann ewig leiden!' - dann habe ich ein Problem damit!"

Wozu schreibe ich das alles?
In erster Linie, weil ich mit diesem Blog auch aufklären will. Ich finde vieles von dem, was im Philosophischen Satanismus vertreten wird, sehr interessant und halte es für richtig, die Leute darüber aufzuklären, dass Satanismus nicht immer gleich Blutopfer und Drogen sind. Das ist das Bild, welches die Medien gerne zeigen, denn das erhöht die Absatzzahlen/Quoten. Ich selbst lehne den Begriff 'Satanismus' ab, da er einfach zu viele negative Assoziationen mit sich trägt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich den Satanismus, auch in historischer Perspektive, neu betrachte. Die Hexenverbrennungen, die Inquisition (im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit!! Ein üblicher Geschichtsirrtum ist es, dies sei alles im Früh- und Hochmittelalter passiert) - der angeblich verfolgte Satanismus war keine Teufelsanbetung, sondern primär Glaubenskritik. Ein Mensch tötete Gott, um ihn wiederzuerkennen und wurde dafür getötet, da er versuchte sich der Allmacht der Kirche zu entziehen.
Interessant finde ich dabei, dass große Teile der monotheistischen Religionen dabei bis heute noch Angst vor dem Satan haben. Aber tauschen wir doch mal Begriffe aus, tauschen wir 'Satanist' gegen 'Freidenker' aus - eine neue Perspektive, oder? Frei von Tieropfer und Kindesmißbrauch.

Die Ideen des Philosophischen Satanismus finde ich interessant, bzw. eigentlich habe ich sie schon lange vertreten, ohne es überhaupt zu wissen. Einen Satanisten werde ich mich nicht nennen, da bleibe ich weiter bei der Beschreibung, die ich für mich bisher benutzt habe: Ich glaube zwar, an eine/mehrere höhere Macht/Mächte, aber diese haben uns mit einem Verstand ausgestattet. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dies gemacht haben, damit wir den nicht benutzen und stumpf irgendwelchen Massenbewegungen und einzelnen Anführern folgen, sprich: Wer sich selbst als gläubigen Menschen sieht, sollte mal seinen Kopf mehr anschalten und mal selbst nachschlagen, woran er glaubt. Nur ein kleines Beispiel: Wenn man mal schaut, was Jesus in seiner Bergpredigt gesagt hat und was die Kirche davon noch befolgt... Gemeinsamkeiten gibt es da nicht mehr viele.

Auf meine Schulzeit zurückblickend, sehe ich die Reaktionen meiner Lehrer und Mitschüler jetzt doch etwas anders. Auch wenn sicher einige von ihnen ernsthafte Sorgen um meine Seele hatten, so glaube ich jedoch, dass die Angst vieler eher die Angst vor den Menschen war, die ihren Kopf benutzen und nicht blind der Autorität gehorchen wollen. Nennen wir sie nun Satanisten, Aufklärer, Freidenker, Ungläubige - alles in allem habe ich jedenfalls vor einem Philsophischen Satanisten bedeutend weniger Angst als vor vielen der Leute, mit denen ich die Schulbank gedrückt habe.

Nachtrag: Eins möchte ich noch loswerden und das ist wichtig: Die Satanismusbewegung ist ein Schmelztiegel vieler höchst kritischer Strömungen - 99,9% der selbsternannten Satanisten bewegen sich zwischen Gläserrücken, schwarzen Messen, Kindesmißbrauch, Tieropfern, Drogen, organisierter Kriminalität, etc. Der Philosophische Satanismus ist eine sehr seltene Form und auch nur die wenigstens der selbsternannten Philosophischen Satanisten haben mit dem wirklichen Philosophischen Satanismus etwas zu tun. Deshalb rate ich weiterhin vor Skepsis gegenüber Satanisten - vielleicht täten die 'echten' Philosophischen Satanisten sich einen Gefallen, ihrer Überzeugung einen anderen Namen zu geben, der sie nicht in den Dunstkreis der anderen 99,9% von Satanisten zieht.

3 Kommentare:

  1. Sehr interessant. Danke für den schönen Artikel. Habe in meine Jugend zwar nie irgendwelche Assoziationen zum Satanismus oder irgeneiner anderen Form gehabt, habe aber den relativ gleichen Glaubensstil wie du ihn hier beschrieben hast.

    Etwas kritisch zu hinterfragen ist in unserer Welt, denke ich, etwas was einen sehr viel Klüger macht.

    Nochmals danke für den Artikel. Großes Lob an dich ;-)

    Mfg

    StiffmasterX

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  2. Ein guter Artikel, muss ich sagen. Wer hat heute schon noch eine Ahnung davon, wie der Satan in der Bibel dargestellt wird? Die meisten kennen doch nur den volksmythologischen Hörnerträger mit dem Pferdefuß.

    Was ich noch hinzufügen würde, wäre eine Differenzierung des Begriffs "Atheismus" - der wird m.E. genauso unscharf gebraucht wie der des "Satanismus". Die meisten der selbsternannten Atheisten bezeichnen sich doch nur so, weil man so aufklärter wirken kann als Christen, Moslems etc.

    Dabei darf man nicht übersehen, dass der Großteil der Menschen heute einen Gott verehrt, den der Mensch selber erschaffen hat, nachdem er Gott getötet hat: die empirischen Erfahrungswissenschaften. Durch diese "Entzauberung der Welt" haben wir uns vom Glauben an eine vorgegebene, in sich geschlossene Welt verabschiedet und glauben, sie allein durch unseren Willen und unser Denken erklären, verändern und beherrschen zu können. Ist das nicht auch eine Art Theismus?

    Wir vergessen allzu leicht, dass alles, was wir kritisch zu hinterfragen glauben, dass all dieses Denken schon von der Denkgrammatik unserer selbstgeschaffenen Realität entspringt.

    Wir bedürfen auch heute eines "Satans", den wir vielleicht auch als sokratischen "Daimonos" verstehen können, also einer inneren Stimme, die uns daran erinnert, dass wir unseren Kopf immer einschalten müssen und es uns nicht in unserem selbstgefälligen Pseudo-Freidenkertum bequem einrichten dürfen, während wir in Wahrheit nicht freier sind als der religiöse Fundamentalist.

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  3. @Longipe: Ein guter Vorschlag. Ich möchte dazu auf ein Video des von mir angesprochenen Satanisten hinweisen, der die Themen Theismus/Atheismus sehr gut diskutiert. Hier der Link: http://www.youtube.com/watch?v=ZyRj3elXpC4

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